Land Rumänien
Jahr 2024
Betroffene Gruppe/Minderheit Ungarische Minderheit
Täter Zwei minderjährige rumänische Jungen, Mannschaftskameraden des missbrauchten Jungen
Fallart Hasshandlung
Art der Handlung Körperverletzung an einer Person
Medien Online-Plattformen/Kommunikationskanäle
Reaktionen Angehörige der Minderheitengemeinschaft verurteilten den Angriff in den Medien. Die Polizei leitete Ermittlungen ein. Mikó Imre von der Rechtsberatungsstelle für Minderheitenrechte reichte eine Beschwerde beim rumänischen Nationalen Rat zur Bekämpfung von Diskriminierung ein.

 

Kurzbeschreibung:

Im Vorfeld der Europameisterschaft 2024 fand im Sportkomplex Resita (im Kreis Caraș-Severin/Krassó-Szörény) ein Trainingslager für Turner statt. Dort feierten die jungen Athleten nach dem Training ausgelassen. Bei einer dieser Feiern fesselten zwei rumänische Turner, FB und DP, einen ungarischen Turner an einen Heizkörper, schnitten ihm die Haare kahl, zogen ihn aus, zwangen ihn, Alkohol zu trinken, legten sich auf ihn und imitierten sexuelle Handlungen. Die anderen Teammitglieder sahen die Szenen tatenlos mit an. Währenddessen riefen sie ihm „ungure, ungure“ (ungarisch) zu. Nach dieser schweren Demütigung verließ der Turner am nächsten Tag das Trainingslager, fuhr nach Hause nach Lugoj im Kreis Timiș und berichtete seinen Eltern von dem erlittenen Missbrauch.

In der ungarischen Gemeinde herrschte allgemeine Empörung. Viele äußerten ihren Unmut in Beiträgen in den sozialen Medien. Auch Vertreter der ungarischen Gemeinde und verschiedener Organisationen äußerten sich in den Medien und in den sozialen Netzwerken zu dem Fall. Die Polizei des Kreises Caraș-Severin/Krassó-Szörény leitete Ermittlungen ein. Der rumänische Turnverband versuchte, den Fall zu vertuschen. Laut der rumänischen Tageszeitung ProSport, die den Fall aufdeckte, wurde jedoch nicht nur die Öffentlichkeit darauf aufmerksam, sondern auch Menschenrechtsorganisationen wurden aktiv. Csaba Asztalos, Direktor des Nationalen Rates zur Bekämpfung von Diskriminierung, erklärte, dass in diesem Fall die Frage der strafrechtlichen Verantwortlichkeit aufgeworfen werde. Es lägen mindestens vier Straftaten vor. Hunor Kelemen, Präsident der DAHR/UDMR/RMDSZ, forderte die rumänische Regierung öffentlich auf, eine Untersuchung anzuordnen. Die Rechtsberatungsstelle für Minderheitenrechte „Mikó Imre“ erstattete Anzeige beim Rumänischen Nationalen Rat zur Bekämpfung von Diskriminierung, um den Sachverhalt untersuchen zu lassen, und verschickte außerdem einen Newsletter, um auf die ethnisch motivierte Gewalt aufmerksam zu machen.

 

Weitere Informationen zu dem Fall erhalten Sie unter:

https://transtelex.ro/kozelet/2024/04/05/kiskoru-magyar-tornaszt-bantalmaztak-sulyosan-roman-tarsai-a-resicai-edzotaborban

https://maszol.ro/belfold/Kelemen-Hunor-Eddig-es-ne-tovabb-A-magyarellenesseget-vissza-kell-szoritani

https://www.3szek.ro/load/cikk/164970/magyarsaga-miatt-bantalmaztak-a-fiatal-sportolot

https://maszol.ro/sport/Botrany-a-tornaszvalogatott-edzotaboraban-magyar-kamaszt-kinoztak-meg-tarsai

https://www.prosport.ro/alte-sporturi/strigator-la-cer-gimnast-de-lot-national-torturat-de-doi-colegi-in-cantonamentul-de-la-resita-l-au-legat-de-calorifer-l-au-tuns-si-l-au-supus-unor-scene-de-neimaginat-pozitia-fr-de-gimnastica-19861622

 

Foto: Tima Miroshnichenko, https://www.pexels.com/photo/close-up-of-a-pommel-horse-6571948/